Superschlagergedicht

Gestüt (Ein Schlagergedicht)

Ich wünschte, ich hätte
ein Gestüt.
Ungestüm würde ich
die verschiedenen
Stallungen betreten.
Eine Möhre hier,
eine Möhre da.
Ein Leben im Takt des
Tralala.

Refrain: Ich wünschte, ich hätte
ein Gestüt,
das wäre mächtig gut
für mein Gemüt.

Und wenn ich am Abend
reiten will,
erlaube ich es mir.
Ein Bier auf einem Tier,
das wünsch ich mir.
Ein Leben im Takt des
Tralala.

Refrain: Ich wünschte, ich hätte
ein Gestüt,
das wäre mächtig gut
für mein Gemüt.

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Samstag

Meine Frau und ich waren in Hottentotten bei Künstlers. Peter und Marianne Künstler. Tolle Leute, die alles haben, was man vom Leben verlangen kann, etwa einen ausgestopften Autoreifen oder einen Wandteppich. Wir versuchten auf ihm zu laufen. Stundenlang. Was für ein Gelächter, selbst als später der Notarztwagen kam, um sich unsere gebrochenen Beine anzusehen. Dank einer Salbe meiner Oma (Doktor Quacksalbers Erotiköl für Sie) ist der Bruch über Nacht verheilt, sodass ich heute Morgen bereits schon wieder Skiflaufen war. Die siebzig Kilometer ins nächste Dorf lege ich seit Jahren mit den Skiern zurück. Ich schnalle sie mir auf den Rücken, um meine Rückenmuskulatur zu stärken, und dann geht es los, ab ins Dorf, um der einfachen Dorfbevölkerung das Skitragen beizubringen. Nicht auf den Bretten stehen und rutschen. Nein, das kann jeder. Sie tragen und ertragen. Darum geht es.

Guten Morgen, Welt!

Superschneegedichte

Schneeflocken (Eine Klage)

Heute Morgen
gab es
schon wieder
Schneeflocken.
Ich vertrag die nicht.
Da komme ich
den ganzen Tag
wieder vom Klo
nicht runter.

Schneefall

Von weit und fern
kommen sie und
bewundern unseren
Schneefall.
Das sei der höchste
weltweit.
Unglaublich, dass ich
ausgerechnet hier
geboren wurde.

Schnee treiben

Manchmal trieben
wir den Schnee
hoch bis nach Oslo,
wo er sich erschöpft
unter seine Schneedecke
zurückzog
und von Schneeweißchen
träumte.

Der Schnee schmilzt (Ratschlaggedicht)

Der Schnee schmilzt,
ruft das Kind
entsetzt seinen Vater
an,
der ihm rät,
schneller zu lecken.

In den Schneewehen (Ein rätselhaftes Gedicht)

Sie lag
schreiend
in den
Schneewehen.
Diabolisch grinsend
beugte sich der Arzt
über sie
und forderte:
Pressen!
Verwundert
gehorchte sie.

Kein Schnee

Am Weihnachtsmorgen
rennen alle Kinder
an die Fenster:
Kein Schnee!
schreien sie entzückt
und ziehen ihre Gummistiefel
an, um ein Wasserhaus zu
bauen,
und einen Wassermann.
Später rodeln sie
mit ihren Gummireifen
den glitschigen Hügel
hinab.
Weihnachten ohne Wasser,
sagen sie,
das wäre nichts gewesen.

Und mit mir kamen die Tränen – Supergedichte I

Depressives Adventsgedicht

Advent, der erste.
Nicht mehr lange,
dann ist Weihnachten da.
Danach kommt Januar.
Und nicht mehr lange,
dann ist Sommer.
Schnell schreitet die Zeit
durch den Raum.
Ein paar Jahre später
ist man schon tot.
Scheiße.

Abendrot (Ein Gedicht, das Kraft schenkt)

Abendrot, der alte Bäcker,
der meine Frau früher beglückte,
ist, wie ich unlängst las,
verstorben.
Schade, denn nun ist Abendrot
tot.
Das versaut die ganze
Abendstimmung,
war er doch spätabends immer
mit seinem Hund Sonnenuntergang
unterwegs.
Und jetzt?
Wer führt den Hund Gassi?
Ja, das Leben kann
grausam sein.
Egal, wir dürfen
nicht aufgeben.

Morgenhetze und Geburt

Hetz doch nicht so,
sage ich dem Morgen.
Der hört nicht zu.
Der ist gerade mit
seiner eigenen Geburt
beschäftigt.
„Pressen!“, schreie ich.
Hach, da ist sie,
die Sonne.
Was für ein wunderschönes
Kind.

Winterkillerfüße

Kannst du mal anpacken,
wenn du willst.
Mein kalten Füße
sind so kalt
wie der Winter,
wie ein Killer,
darum nenne ich sie
auch
Winterkillerfüße.
Die sehen gar nicht so aus.
Sie erinnern an
ganz normale Füße,
meine Winterkillerfüße.
So kann man sich
täuschen.

Zangengeburt

Das hätte sie sich
nicht träumen lassen.
Dass eine Zange
so schwierig
zu entbinden ist.
Zumal der Verband
von einem der Lehrlinge
angelegt worden war.

Kaffee

Kaffee schmeckt gut,
wenn er heiß aus der Kanne
kommt.
Hm, lecker!
So ein Kaffee weckt
die Lebensgeister,
die aus ihren Gräbern steigen
und um einen herumfliegen,
wild wie Wild.
Mit Kaffee ist
immer eine Menge los.
Da ist man nie einsam.
Toll!

Warnung (Gedicht mit erhobenem Zeigefinger)

Schon als Kind
durfte ich bei Sturm
draußen nicht rauchen.
Das ist gefährlich,
erklärte mir meine Mutter.
Ich hörte nicht auf sie
und zog mir eine
Erkältung zu.
Hätte ich mal gehört.

Waschbecken

Es war einmal
ein Waschbecken,
das wuchs ohne Hahn auf,
sodass es jeden Morgen
verschlief.

Winterpromenade

Schick auf Skiern.
So kennt man mich.
Landauf, landab
bin ich mit
meinen Skiern unterwegs.
„Platz da!“
Mein Ruf eilt
mir bereits voraus.
Und schon wieder
habe ich eine Stadt
durcheilt.

Verlies (Wortwitzgedicht mit Suchtfaktor)

Als sie mich VERLIES,
erblickte
ich zum ersten Mal
das Tageslicht.

Morgengrauen (Horrorgedicht)

Unheimlich ist das,
wenn man schon
wieder, ich
wiederhole, wenn
man schon wieder,
jetzt geht es weiter,
aufstehen soll.
Das Grauen!
Fürchterlich!
Angsteinflößend.
Am besten, man
dreht sich um
und schläft noch zwei
bis fünf Tage.

Tablettsüchtig

Und plötzlich war ich
Tablettsüchtig.
Wo ich auch war,
nie erschien
ich ohne mein Tablett,
das ich lässig
auf den Fingerkuppen
meiner rechten Hand
balancierte.
Alle ahnten,
dass das irgendwann
schiefgehen musste.

Schreiben

Manchmal
könnte ich vor Zorn
laut schreiben.

Kinder soll man
nicht
anschreiben.

Wer schreibt, hat
meist Unrecht.

Supergedichte-1

Warnung (Gedicht mit erhobenem Zeigefinger)

Schon als Kind
durfte ich bei Sturm
draußen nicht rauchen.
Das ist gefährlich,
erklärte mir meine Mutter.
Ich hörte nicht auf sie
und zog mir eine
Erkältung zu.
Hätte ich mal gehört.

Aus „Und mit mir kamen die Tränen – Supergedichte I“

Abendrot (Ein Gedicht, das Kraft schenkt)

Abendrot, der alte Bäcker,
der meine Frau früher beglückte,
ist, wie ich unlängst las,
verstorben.
Schade, denn nun ist Abendrot
tot.
Das versaut die ganze
Abendstimmung,
war er doch spätabends immer
mit seinem Hund Sonnenuntergang
unterwegs.
Und jetzt?
Wer führt den Hund Gassi?
Ja, das Leben kann
grausam sein.
Egal, wir dürfen
nicht aufgeben.