Satan, Rock und geile Miezen

1994 gaben wir in den Staaten ein Geheimkonzert, das so geheim war, dass wir es selbst nicht fanden. Unser Manager befand sich zu der Zeit auf einem Karamelltrip. Er hatte sich so viele Karamellbonbons reingezogen, dass er die Zähne nicht auseinanderbekam, als wir ihn anriefen. “Verflucht, Brian, musst du dich ausgerechnet jetzt mit Karamell volldröhnen?”
Ich und die Jungs waren außer mir, äh, außer uns. Wir waren so außer uns, dass wir das Hotelzimmer in Vegas, in dem wir seit Wochen saßen, aufräumten. Die waren dort einiges gewöhnt. Aber so etwas nicht. Sie informierten die Zeitungen. Und schon hatten wir unseren nächsten Skandal.

Aus Gordon Saintfurys “Satan, Rock und geile Miezen”, Erinnerungen, vergriffen

Spülsüchtig

“Sie müssen wissen …”
“Ja?”
“Mein Mann ist spülsüchtig.”
“Nein.”
“Doch. Er verkehrt in Spülhöllen. Inzwischen gibt es ja überall in der Stadt diese Spülotheken, in denen er sein Hab und Gut spülen kann.”
“Tragisch.”
“Mehr als das. Er hat alles verspült. All unsere Tassen, das Besteck.”
“Sie arme Frau.”
“Ja. Arm. Er muss in den Entzug. Er muss lernen, auch mal an einem Spültisch zu sitzen, ohne dass er alles verspült. Dreck muss sein. Er muss bleiben dürfen.”
“Sauerei, aber ich verstehe Sie.”

Aus “Spülsüchtig”

Aus meiner momentanen Lektüre

Hartwig bekam wieder einen seiner Lobsuchtsanfälle.
“Du bist ja so großartig!”, schrie er seine Frau an. “Die Beste!”
Sie zuckte nach vorne. In diesem Zustand war er berechenbar.
“Bekomme ich 1000 Euro?”
Hartwig holte aus seinem Geldbeutel das Geld.
“Selbstverständlich”, flötete er.

Aus Wilhelm Darnebergers “Der Berechenbare”