Die Packungsbeilage

„Sie schreiben Packungsbeilagen?“
„Ja, ich hab ja z.B. die zu dem Medikament Xylomogul Forte geschrieben.“
„Ja, die war gut. Die hab ich gelesen. Grandioser Hinweis auf die Unverträglichkeit mit anderen Medikamenten. Gab’s da nicht einen zweiten Teil?“
„Den haben sie aber vom Markt nehmen müssen. Wegen Unverträglichkeit mit dem Leben selbst, wenn Sie verstehen.“
„Das ist aber schade. Weil die Packungsbeilage, das war ein kleines Meisterwerk. Die hatte regelrecht einen Spannungsbogen.“
„Und ein gutes Ende. Weil ich den Leuten am Ende der Packungsbeilage versprochen hab, dass das Medikament alles heilt, nicht nur Schweißfüße und Krebs, sondern auch Mundgeruch und ein schlechtes Gewissen.“
„Wunderbar. Vielleicht etwas überzogen, aber wunderbar.“
„Vielleicht wären wir auch damit durchgekommen, wenn sie nicht wie die Fliegen gestoben wären. Das war’s dann mit meinem Meisterwerk. So eine Packungsbeilage schreibt man nur einmal im Leben.“
„Es ist eine Schande.“

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