Der Thomas Pynchon seiner Zeit

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Niedelstein, einzige Abbildung zu Lebzeiten, gezeichnet von Ulrike von Martens.

Der Thomas Pynchon seiner Zeit: Johann Friedrich Niedelstein (26.08.1749 bis 21.03.1832).

Christiane: Sinnt Ihr wieder, werter Gatte?
Niedelstein: Gar nichts denk ich.
Christiane: Was kommt heute Abend im Hof? Wir könnten uns gemeinsam ans Fenster setzen.
Niedelstein: Immer nur Fenster, Fenster. Das Fenster macht die Menschen noch ganz blöd.
Christiane: Was wollen wir sonst machen? Wollt Ihr meinen Körper?
Niedelstein: Schweigt, die Wände haben Ohren. Auf den Körper komme ich zurück.
Christiane: Schreibt Ihr gerade an einem neuen Stück oder Gedicht?
Niedelstein: An einem Gedicht über das Dunkelbier. Eine Auftragsarbeit. Da ist man das größte Dichtgenie und muss Auftragsgedichte schreiben.
Christiane: Mein Körper. Nur eine Erinnerung.
Niedelstein: Na, dann geh schon mal vor und entkleide dich. Das dauert ja stundenlang.
Christiane: Und was macht Ihr derweil?
Niedelstein: Was will ich schon machen? Rumsitzen. Den Fernseher haben sie ja noch nicht erfunden.

Aus „Niedelstein – Das Stück“

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