Zum Tod von Pater Ferrin

Wie heute in allen Tageszeitungen zu lesen war, ist der berühmte Exorzist Pater Ferrin verstorben. Hier ein kleiner Auszug aus seinem wohl bekanntesten Buch:

Als ich klein war, ein Junge von etwa acht oder neun Jahren, äußerte ich bereits den Wunsch, ein Exorzist zu werden. Die Freundinnen meiner Mutter, alte Damen, die sicherlich gar nicht so alt waren, wie es mir meine kindliche Sicht vorgaukelte, starrten mich überrascht an. Das hatten sie noch nicht gehört. Eisenbahner wollten manche werden, andere Polizisten, vielleicht auch Cowboys, aber ein Exorzist stand bei keinem auf der Wunschliste. Ich erzählte ihnen, ich sei Messdiener, und dass das Böse überall sei; und vor allem sei es mit harter Hand zu bekämpfen. Während ich sprach, peitschte ich einen imaginären Geist mit meinem Rosenkranz. Manche der Damen wichen entsetzt zurück, was mein damalig unreifes Gemüt auf einen Fall von Besessenheit zurückführte. Im Geist notierte ich mir Namen und Gesicht, um so rasch wie möglich diese menschliche Hülle zu befreien. Wie ich in „Exorzistenmann“, meinem Lieblingscomic, gelesen hatte, würde es in diesem Fall ausreichen, sie anzuketten und 80 Tage hungern zu lassen. Statt mich zu verabschieden, bekreuzigte ich mich und spie den betreffenden Damen eine Ladung Weihwasser, das ich für einen solchen Zweck in einer kleinen Flasche bei mir trug, ins Antlitz. Sie schrien auf. Natürlich. Dämonen hassen Weihwasser.

Aus „Reise um die Welt in 80 Teufelsaustreibungen“ von Pater Ferrin

 

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