Die kalten Finger des Herrn Tod

„Schreib dir das hinter die Ohren, Arkadi: Das Leben ist eine Faust voll Schnee. Wenn du denkst, du hast ihn sicher in deine Tasche gepackt, kommt der Sommer, du vergisst den Schnee, du unterhältst dich über die Tanzabende in Moskau, und ehe du dich versiehst, hast du den Schnee aus deinem Gedächtnis gestrichen, bis du eines Tages in deine Tasche greifst. Igitt, denkst du, das ist ja ganz feucht. Ist mir der Wodka ausgelaufen? Du engagierst eine Detektei, bis du dich an den Schnee erinnerst, den du vor drei, vier Wintern dort verstautest und der längst verdunstet sein müsste. Ja, aber warum ist er denn nicht verdunstet?, fragst du dich und philosophierst bei einer Flasche Wodka darüber, die du mit einer hässlichen Alten in einer Bretterbude trinkst, die wie das Haus deiner Eltern aussieht. Ja, so ist das Leben, mein Junge!“

Aus „Die kalten Finger des Herrn Tod“, Tagebücher des Dimitri Verscenko

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