Ins Tagebuch

Liebes Tagebuch,

ich bin krank, so krank, dass man mich in einem separaten Raum untergebracht hat. Das würde schon wieder, erklärte mir die Familie. Man schiebt das Essen mit einer langen Stange an mein Bett heran. Ich liege da und starre an die Decke, hin und wieder lasse ich auch meinen Blick schweifen. Die vergitterten Fenster bereiten mir keine Angst, aber ein Gefühl der Beklommenheit ist nicht zu leugnen. Um mich zu unterhalten, schreibe ich. Nicht nur diesen Eintrag, sondern auch Rechnungen, die nicht der Realität entsprechen. Rechnungen in der Tradition des magischen Realismus, die in etwa so beginnen: „Jahre später sollte ich mich daran erinnern, dass der General mir noch Geld schuldete.“

Dein Guido

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s