Gildo&Rohm

bar

Oh Mann, wir waren ein tolles Trio. Das blonde Gift tat dem Koffer und mir einfach nur gut. Wir machten die verrücktesten Sachen. Wir warfen Bänke um. Zertraten Luftschlangen. Wir ließen uns stundenlang auf dem Rücken den Fluss hinabtreiben, bis es keine Flüsse flussabwärts mehr gab. Ich Trottel ahnte nicht, dass sich längst etwas zwischen dem Gift und Charlie angebahnt hatte. Eine Flasche und ein Koffer. Das passte nicht in meinen Kopf. In einer Gewitternacht brannte die Elektrik im Motterl durch. Und die beiden Liebenden gleich mit ihr. Sie verschwanden auf Nimmerwiedersehen. So stand es auf einem Zettel, den sie mir auf die Stirn geklebt hatten. Dieser Kleber, ich bekam ihn kaum ab. Noch Jahre später knubbelte ich daran herum. Ich begann wegen des Klebers zu trinken. Fiel auf und schließlich von Bar zu Bar, in meinem Kopf diese sexuell aufgeladenen Bilder von Charlie und dem blonden Gift, die, während sie es taten, über mich lachten. „Flaschen und Koffer lachen nicht“, beruhigte mich Joe. Ihm gehörte eine Kneipe am Rande der Stadt. Dort lernte ich Wilhelmine kennen. Wilhelmine. Ein Körper wie eine Dynamitstange. Sie war Joes Frau. „Komm nicht mit Feuer in ihre Nähe“, sagte Joe. „Sie hat bereits ihre ganze Familie an Motter mit Feuerzeugen verloren. Sie ist und bleibt eine Dynamitstange.“

Auszug aus Raymond Motters Roman „Das große Schaf“

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