Motter sind hässlich und grausam – Eine Einführung

„Und so versammelten sich die Motter auf einer Lichtung. Sie waren von überall gekommen. Von Nördingen und Supernördingen. Aus dem Isterwald und dem Niesental. Hässlich waren sie alle, zumindest für das menschliche Auge, das an diesem Tag nicht unter ihnen weilte. Nicht ein einziges. (Na, ein paar wenige schon, aber die standen auf der Speisekarte.) Dies war die Stunde der Motter. Sie stellten ihre dreizehn Ohren auf (was nicht viel für siebzehntausend Motter war), wetzten ihre klingenartigen Krallen an den Baumstümpfen, schnupperten mit ihren Nasen nach Feinden, und als sie sich sicher waren, allein zu sein, fielen sie gemeinsam in eine schlafähnliche Starre, um im Traum miteinander zu kommunizieren. Sie sprachen über die Menschen, über deren Dachböden, und darüber, dass sie sich dorthin zurückziehen müssten, wollten sie überleben. Später, nach dem Erwachen, teilten sie sich eine Herde Rehe und einige Kleinkinder, die sich verlaufen hatten. Danach trennten sie sich. Man würde sich im nächsten Jahr wiedertreffen. So wurde es vereinbart.“

Aus „Motter sind hässlich und grausam – Eine Einführung“, Sachbuch, vergriffen

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