Die Wahrheit über Goethe (Letzter Teil)

Der alte Goethe hasste es, am Leben zu sein. Die Menschen widerten ihn an. „Menschen sind so menschlich“, sagte er. Oder: „Das Leben ist so lebendig.“ Er schrieb nichts mehr. Keine Gedichte. Keine Rechnungen. „Das Schreiben ist so schreibend!“ Viel lieber saß er herum und träumte davon, ein berühmter Berühmter zu sein. Einer, dem die Massen zujubelten, ohne dass er etwas dafür getan hatte. Er war seiner Zeit weit voraus. Aber das ahnten wir damals nicht. Wir redeten ihm die Flausen mit Engelszungen aus dem Kopf. Das hätten wir lieber sein lassen sollen. Als er Christiane heiratete, erreichte sein Leben den Tiefpunkt. Er ging nicht einmal mehr vor sein Gartenhaus. Den ganzen Tag saß er am Fenster und betrachtete die Wolken. „Wolken sind so wolkig.“

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