Dienstag

Ich bin ja etwas in Eile heute Morgen. Gestern bin ich übriges mit Müdigkeit ins Bett. Elisabeth Müdigkeit ist eine ferne Bekannte aus meinen Kindertagen. Sie kam mich schon damals besuchen, um sich mit mir ins Bett zu legen. Sie las mir Geschichten vor, mit ihrer tiefen Brummbärstimme, so wie sie es auch gestern Abend tat. Geschichten über Weihnachten ohne Schnee. Sie las mir das Gedicht mit Wasser vor. Als Kind habe ich in die Hände geklatscht, bis sie schmerzten und man den Doktor rufen musste.

„Das Kind darf nicht mehr klatschen“, erklärte der Doktor meinen Eltern und Elisabeth Müdigkeit. „Binden sie ihm die Hände zusammen und stopfen sie ihm das Maul, damit er keine Zugabe einfordern kann.“

Das waren bittere Tage, die mein Schreiben entscheidend prägten. Ich musste lernen, wollte ich nachts heimlich eine Geschichte verfassen, den Stift in mein rechtes Auge zu klemmen, um ihn mit dem Lid zu halten und zu führen.

Guten Morgen, Welt!

Kein Schnee

Am Weihnachtsmorgen
rennen alle Kinder
an die Fenster:
Kein Schnee!
schreien sie entzückt
und ziehen ihre Gummistiefel
an, um ein Wasserhaus zu
bauen,
und einen Wassermann.
Später rodeln sie
mit ihren Gummireifen
den glitschigen Hügel
hinab.
Weihnachten ohne Wasser,
sagen sie,
das wäre nichts gewesen.

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