Sonntag

Zufällig geriet ich gestern an ein Buch von Selinski. Selinski wurde berühmt, weil er einst die Strecke Moskau-Berlin im Kopfstand zurücklegte.

„Selinski, wie hast du das gemacht?“, fragten ihn die Leute nach seinem Eintreffen in Berlin.

„Och“, sagte Selinski, „da ist nicht viel dran. Man muss eben Köpfchen haben.“

Nach seinem phänomenalen Sieg wurde er von einer Gruppe, die sich selbst „Feindes des Kopfstands“ nannten, entführt. Von einem Reporter nach ihren Motiven befragt, antworteten sie: „Wir hatten es in der Hand.“

Selinski wurde tragischerweise erst nach seinem Ableben in einem Reihenhaus am Rande Kölns gefunden. Man hatte ihn dort, mit siebzehn anderen verschwundenen Romanautoren, zur Hausarbeit gezwungen.

„Er trocknete so wunderbar ab“, gab später eine der Entführerinnen zu Protokoll.

Selinski wäre heute 130 Jahre alt geworden. Gedenken wir seines unsterblichen Werks und lassen wir an diesem Tag die Spülmaschine aus, um mit unseren bloßen Händen abzutrocknen. Nicht einmal ein Tuch sei erlaubt!

Guten Morgen, Welt!

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