Aus einem Gespräch mit meinem Verleger

„Am besten wäre es, du schreibst einen Regionalkrimi.“

„Ähm, warum? Ich verstehe das nicht. Ich meine, warum wollen die Leute Regionalkrimis lesen? Sind die schon so pervers, dass sie die Örtlichkeit eines Verbrechens unbedingt kennen wollen. So nach dem Motto: Hey, auf der Brücke stand ich schon mit meinem Fred und habe geknutscht. Und jetzt diese Sauerei. Überall Blut. Mann, das ist Klasse.“

„Außerdem solltest du aus der Position einer Frau schreiben. 80% der Leser sind Leserinnen.“

„Aber ich … ich müsste mich da operieren lassen. Das ist ein schwerwiegender Eingriff. Was denken sich die Leute!“

„Operieren oder erfolglos bleiben.“

„Ich … Da muss man … Könnte ich nicht als Mann schreiben, der früher eine Frau war?“

„Du solltest das Geschäft ernster nehmen.“

„Ich nehme es ernst. Ich nehme es sogar so ernst, dass ich mich zeitweilig in einen russischen Dichter mit Spielschulden verwandle. Ich bin deshalb in Behandlung.“

„Außerdem sollten deine Krimis ein Rätsel aufweisen.“

„Ein Rätsel? Heißt das, ich soll in meinen Büchern künftig Kreuzworträtsel einbauen? – Ich verstehe, du willst mehrere Publikumsfliegen mit einer Klatsche töten. Raffiniert.“

„Setz das um, was ich dir hier und heute gesagt habe.“

„Ich weiß nicht … Könnte ich nicht einen Interregio-Krimi schreiben? Ich glaube, die liegen mir mehr.“

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