Erinnerungsfetzen

Ich erlebte meine Zeit als Geistlicher in einem Bordell in Barcelona. Täglich saßen wir zusammen, die Nutten, die ich nicht so nannte, und ich. Ich nannte sie Leibdienerinnen. Sie mochten mein Wort nicht und warfen mich am Ende der Herbstsaison auf die Straße. Dort lebte ich eine Weile mit einer Gruppe von unabhängigen Straßenkehrern, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, die Straßen von allem Müll zu befreien. Sie kehrten alles weg, auch die Menschen, die nicht so gekleidet waren, wie es sich die Straßenkehrer vorstellten. Täglich verschwanden Tausende, die man später in einer Mülldeponie am Rand der Stadt wiederfand. Sie hatten sich dort längst häuslich eingerichtet und wollten gar nicht mehr fort. Manche betrieben Läden, in denen sie leere Milchpackungen verkauften. Leere Milchpackungen waren zu der Zeit der letzte Schrei. Jedes junge Mädchen in Barcelona wollte eine haben.

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