Freitag II

Herr Dietrich, den Sie aus Serien wie „Feueralarm, Herr Dietrich“ und „Im Banne des Regenwurms“ kennen sollten, ist mein Nachbar. Das hat er nun von seiner Karriere, die ihm, ich muss es befürchten, zu Kopf gestiegen ist. Unermüdlich recht er Laub zusammen, der arme Irre. Seit Tagen, bis spät in die Nacht. Transportiert es in Säcken ab.

„Rohm“, sagt er zu mir, „das Laub ist der Feind des Menschen. Es will uns vernichten. Sie müssen die Sprache des Laubs verstehen, um zu verstehen, was ich hier tue. Ich rette die Welt.“

Um nicht als ungeselliger Bursche zu gelten, stelle ich mich abseits an eine Mauer, die Hauswand, wie sich später, bei näherer Betrachtung, herausstellt.

„Da ist noch ein Blatt.“ Ich zeige gekonnt mit meinem Finger auf ein Blatt.

Dietrich startet durch und wirft sich auf das Blatt.

„Im Namen Gottes, du bist verhaftet!“, schreit er und schlägt auf das Blatt ein. „Man muss sie töten“, wendet er sich erschöpft an mich, der schon nicht mehr da ist, der es sich aber später von einer Nachbarin, die zufällig des Weges kam, hat erzählen lassen.

Guten Abend, Welt!

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