Donnerstag

Nebel hing wie eine Klette am Haus. Als ich auf meinem Autorenbalkon stand und eine rauchte, war es mir, als würde ich nichts sehen. Undurchdringlich, dieses Wasserdampfdickicht. Von überallher drangen Geräusche, die nach Wilddieben klangen. Sollte ich nach meiner Waffe greifen? Unschlüssig stand ich zirka 10 bis 11 Minuten am Geländer und überlegte, wie mein weiterer Tagesablauf aussehen könnte. Ob ich heute frühstücken sollte?

Es soll gesund sein, wenn man sich Nahrung zuführt, nicht nur in der Nacht, wie ich es eine Zeitlang machte. Stellte mir den Wecker und aß gegen 3.30 Uhr in der Früh selbstgekochten Milchreis. Nacht für Nacht, das kostete mich Nerven, weil ich meine gesamte Familie weckte, die sich dazu setzen musste. Ich esse ungern allein. Ein bisschen Konversation darf schon sein, damit die Zunge geschmeidig bleibt.

Mein Kaffee, den ich aus bestimmten, geheimen Abbaugebieten erhalte, stammt aus dem Projekt „Hair Handel“, was heißt, dass für jedes Gramm Kaffee, das ich kaufe, ein Haartrockner für Leute, die es sich nicht leisten können, eingekauft wird. Nasse Haare sind zu einem weltweiten Problem geworden, nicht nur für die Besitzer von Haaren, sondern auch für die Inhaber von Buchläden, die es sich nicht länger erlauben können, Menschen mit nassen Haaren in ihre Läden zu lassen. Die Feuchtigkeit setzt sich in die Buchseiten und wellt das Papier, sodass es niemand mehr kaufen will, weil die Gefahr, beim Lesen seekrank zu werden, zu groß ist.

Guten Morgen, Welt!

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