Dienstag II

Ich habe mir heute die Haare schneiden lassen.

„Nicht zu kurz“, sagte ich zu dem Friseur, der mich an einen Mann erinnerte, mit dem ich mal in Essen verabredet war, den ich aber versetzte, weil mein Zug Verspätung hatte.

„Haar muss wachsen“, sagte der Friseur.

Ich sah ihn erstaunt an und griff nachdenklich nach der Tasse Kaffee, die noch vom Kunden, der vor mir dran gewesen war, übriggeblieben war. Kalt! Ob ich etwas sagen sollte?

Der Friseur weigerte sich, meine Haarpracht zu trimmen. Tränen liefen über sein Gesicht. Er könne nicht mehr, er sei nicht zum Haarhenker geboren. Es sei ein barbarischer Beruf, den er lieber aufgeben würde. Ich tröstete ihn, indem ich seine Oberschenkel tätschelte.

„Das wird schon wieder!“

Schniefend, am ganzen Leib zitternd, schor er mich schließlich.

Guten Abend, Welt!

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