Meine Windbeuteltage

Meine Frau ist einkaufen, ich müsste eigentlich bei ihr sein. Ich halte mich zurück, weil ich Läden nicht ausstehen kann. Die gefüllten Regale bereiten mir Angst. Ich irre in den Gängen umher, Garn abwickelnd, damit ich wieder den Weg nach draußen finde.

Einkaufszentren sind die Irrgärten der Moderne. Gebaut, damit wir Menschen vom rechten Weg abkommen. Wir sollen kaufen, darum geht es doch. Noch eine Packung Tempos, noch eine Jacke, an der Kasse liegen Süßigkeiten, auf Kinderhöhe, damit meine Kinder besser zugreifen können.

Es ist so widerlich, es macht mich krank

Am Anfang meiner Karriere als Windbeutel, über die ich später noch berichten werde, musste ich oft in Lebensmittelläden arbeiten. Ich lief in meinem Windbeutelkostüm umher und bat die Leute, mich zu kosten. Es war schrecklich, weil es manche taten. Da standen sie und leckten an mir, einer versuchte sogar, ein Stück aus mir herauszubeißen.

Zum Glück liegt die Windbeutelzeit hinter mir, und heute will und kann ich keinen dieser Läden mehr betreten.

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