Freitag II

Wie Sie sicherlich bereits erfahren haben, werde ich eine neuntägige Reise an den Rand des menschlichen Verstands unternehmen. Vorsicht ist geboten. Tabletten sind bereits eingenommen, um mein Reisefieber anzufachen. Das Gepäck wurde ausgeräumt. Die Hemden wurden im Schrank untergebracht. Ebenso die Hosen.

Unternimmt man eine solche Reise, ist an nichts zu denken. Vieles ist zu vergessen.

Am Reisetag werde ich nicht aufstehen. Ich werde darauf achten, nicht aus dem Haus zu gehen. Reisegruppen ist auszuweichen. Freunden ist kein Bescheid zu geben. Die Wohnung sollte unaufgeräumt bleiben.

Einen Reisebeginn gibt es ebenso wenig, wie es einen Reiseverlauf gibt. Alles bleibt dem Zufall überlassen.

Im Schlafanzug betritt man den Kopf und nimmt keinen Platz. Auf keinen Fall. Wer Platz nimmt, der bleibt sitzen. Stehen Sie die Fahrt über. Sie wird höchstens eine halbe Sekunde dauern. Schon ist man am Rand des Verstands. Kein Meer, kein Strand, keine Wellen. Dafür ein unerschöpfliches Nichts. Berauscht vom fehlenden Anblick, wird man sich wünschen, nie gefahren zu sein. Gut so. Ihre Reise nähert sich dem fehlenden Höhepunkt. Jetzt nicht vergessen, nicht zurückzureisen und alles wird schlecht.

Ich wünsche mir keinen guten Flug!

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