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Am Nachmittag ist Tulp müde. Seine Augen brennen. Druck lastet auf ihnen, als würden sie von innen nach außen geschoben werden.

Tulp denkt darüber nach, ob sich in seinem Kopf kleine Wesen befinden, die es nicht gut mit ihm meinen. Es könnte doch sein, dass sie ihm an die Gedanken wollen, um sie für ihre ganz eigenen Zwecke zu nutzen.

Gedanken sind eine Art Energie, sagt sich Tulp. So wie die Wasserenergie. Und die des Windes. Es wäre möglich, dass die kleinen Wesen in seinem Kopf mit der Kraft seiner Gedanken Energie erzeugen wollen, um so ihre kleine Wohnung mit Strom zu versorgen. Könnte es nicht sein, überlegt sich Tulp, dass die kleinen Wesen eben in diesem Augenblick Schränke verschieben? Und dies direkt vor seinen Augen. Das würde den Druck erklären.

Auf der anderen Seite kann das nicht sein. Die Augen sind die Fenster ihrer Wohnung. Und wer stellt schon seine Schränke vor die Fenster? Doch nur Personen, die etwas zu verheimlichen haben. Die damit rechnen müssen, dass man durch die Fenster Dinge sieht, die einem Außenstehenden verborgen bleiben sollen.

Das würde ja bedeuten – Tulp hält die Luft an -, dass in seinem Kopf Subjekte hausen, die das Tageslicht scheuen. Eventuell, weil sie von der Polizei gesucht werden.

Wenn er jetzt schläft, denkt Tulp, könnte wer-weiß-was geschehen.

Ich will keinen Kopf, der ein Kopf des Verbrechens ist, denkt Tulp.

Aber wie soll er die Sache, die sich in seinem Oberstübchen abspielt, in den Griff bekommen?

Um die kleinen Wesen ein wenig zu ärgern, greift er nach einem Zahnstocher und bohrt ihn so tief wie nur möglich in seine Nase, will er doch, dass die kleinen Wesen wissen, dass er sie, wenn auch nicht im direkten, so doch im indirekten Blick hat.

Tränen schießen in Tulps Augen. Jetzt lassen sie ihn weinen, um sein Mitleid zu erregen. Angewidert wirft Tulp den Zahnstocher auf den Tisch.

So kommt er nicht weiter.

Ich werde euch Zeit geben. Vielleicht werdet ihr euch zu brauchbaren Kopfbewohnern entwickeln. Das spricht Tulp. Er wartet ab, will sich künftig aber noch genauer beobachten. Irgendetwas stimmt nicht mit ihm.

Kommt Zeit, kommt Rat, denkt er.

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