Samstag II

Wenn das so weiter regnet, werde ich mir noch ein Kanu besorgen müssen. Ich werde die Fulda flussabwärts fahren, bis ich gar nicht mehr weiß, wo die Fulda anfängt, weil inzwischen alles Fulda ist. Die völlige Fuldaisierung Deutschlands. Am Ende des Planeten.

Kein Oktoberfest mehr, aber wer weiß, vielleicht treffe ich unterwegs einen Ausflugsdampfer, der sich Bayern nennt. Auf dem sitzen sie und saufen sich den Untergang schön, so wie sie das heute schon machen. Die sind in Übung, diese lederbepackten Ungeheuer, die, wie ich eben las, selbst vor Vogelmord nicht zurückschrecken. Die haben doch glatt einen armen Piepmatz ins Jenseits erbrochen. Sollte der Deutsche noch einmal einen Weltkrieg vom Zaun brechen, würde er vermutlich kotzend über das Feindesland fliegen. Am Himmel Geschwader aus Oktoberfestbombern, aus denen sich die Besoffenen lehnen, um den Feind im Schlaf totzukotzen. Im Hintergrund dudelt die unsägliche Blasmusik, damit ein jeder weiß, dass es sich lohnt, zu sterben. Und jetzt stellen Sie sich die Szene aus APOCALYPSE NOW vor. Statt Wagner dröhnen die Egerländer. Am Boden Florian Silbereisen, der sich erkundigt, wo man hier einen Friseur findet. Wenn es erst soweit ist, wünscht man sich glatt, bereits früher gestorben zu sein.

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