Samstag

Ich bin doch kein Maulwurf, habe ich an diesem Morgen ausgerufen. 6.54 Uhr und noch so dunkel. Da kann etwas nicht stimmen. Ja, was ist denn mit der Sonne? Die wird uns doch nicht abhanden gekommen sein. Nicht, dass sie einer, sagen wir Gott, verlegt hat. Ohne Sonne wird es schnell kompliziert. Die ganzen Badestrände sind von ihr abhängig. Und wir doch auch, weil die Sonne Vitamine produziert. Und etwas sehen lässt sie uns auch. Eine Welt, die man mit der Taschenlampe erforschen muss. Die liegt vor uns. Von den klimatischen Veränderung mal ganz abgesehen. Die lasse ich mal außen vor.

Und außerdem regnet es. Ich kann es zwar, der Dunkelheit wegen, nicht sehen, aber es regnet. Ich kann es hören. Wird so unsere Zukunft aussehen? Werden wir uns auf unser Gehör verlassen müssen?

Ja, wer hat denn jetzt den Raum betreten, werden wir fragen, obwohl sich unser Gehör bis dahin bestimmt so gut ausgebildet hat, dass wir mit den Ohren quasi sehen werden.

Ah, was hat der denn an, werden wir sagen. Die grellen Farben verursachen mir Ohrenschmerzen.

Noch verfügen wir über elektrische Lichtquellen. Wer weiß, wie lange die noch funktionieren werden.

Alles im Dunkel erledigen, das wird uns lehren, wie schön es mit der Sonne war. Haben Sie sich schon einmal den Hintern im Dunkel abgeputzt? Nie kann man sich sicher sein, ob er auch sauber ist. Und die Folge? Eine Menschheit, depressiv, längst blind, in einer von Stürmen heimgesuchten Welt, und alle haben sie einen dreckigen Hintern, den sie zwar nicht sehen, wohl aber riechen werden. Es wird keinem auffallen, weil der Kackgeruch längst zum Allgemeingeruch wurde. Es ist also gar nicht so schlimm, dass man nicht wissen wird, ob der Hintern sauber ist oder nicht. Da wir ohne Sonne eh dem Untergang geweiht sind, fällt so etwas nicht mehr ins Gewicht.

Ich sei ein Sonnenschein, sagt meine Frau. Wenn man mal schlechte Laune habe, müsse man nur mich ansprechen, um auf schöne Gedanken zu kommen. Mit meinen ganzen apokalyptischen Szenarien habe ich ihr eindeutig den Tag verdorben.

Ich spreche die Wahrheit. Die will der Mensch nicht hören. Traurig ist das. Und vielleicht ist es besser, wenn wir tatsächlich keine Sonne mehr bekommen. Damit die Leute lernen, auf mich zu hören.

Guten Morgen, Welt!

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