Lasst uns einheiten

Tag der Deutschen Einheit. Wohin mein Blick auch schweift, überall liegen sie und einheiten. Nackte Körper wälzen sich über die Straße. Nie war mehr Einheit als heute. Es soll bereits Planungen für sogenannte Einheitsclubs geben, in denen man sich trifft, um – bar aller Kleidung – einheitlich Mensch zu sein. Dort wird dauerhaft geeinheitet. Sieben Tage die Woche. Die große Vereinigung. Lecken, lutschen, saugen. Und trifft man eine alte Freundin aus Kindheitstagen, wird wiedervereint, bis ihrem Ehemann die Augen aus den Höhlen platzen. Einheit als Sexprojekt der Zukunft. Praktizierte Nächstenliebe. Vereinigungsexzesse überschwemmen das Land. Schließlich den Erdball. In Berlin werden Hallen angemietet, um der Vereinigungswut der Bürger Herr zu werden. Die Politiker werden, zwischen der einen oder anderen Vereinigung, darüber beratschlagen, wie das Einheiten eingedämmt werden könnte. Niemand arbeitet mehr. Alle einheiten. Einheitskrankheiten brechen aus. „Was hast du da an der Lippe?“ – „Das ist ein Vereinigungsbläschen. Ist ansteckend.“

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