Donnerstag

Mit dem Aufhören muss man anfangen können. Das ist eine Kunst, in der sich heute keiner mehr übt. Die Leute werden älter und älter, bis sie irgendwann so alt sein werden, dass sie sich nicht mehr erkennen. Wer ist das, werden sie sich fragen, wenn sie in den Spiegel blicken und werden denken, dass sie mit dem Sterben schon vor Jahren hätten anfangen sollen.

Sie wollen gesund sein, damit sie nicht krank sterben müssen. Und es werden sich bestimmt ein paar Prominente finden, bei der die Verwesung Schwierigkeiten haben wird, sich durchzusetzen. In einer Millionen Jahre werden sie bei Ausgrabungen Brüste finden, die so frisch sein werden, dass sie sofort einen Abnehmer finden. Einer wird schon die Erotik überlebenstüchtiger Brüste zu schätzen wissen. Sie werden sie  in Museen hängen und unter Glaskästen legen, an denen Schüler sich die Nasen plattdrücken werden. Ein Museum voller Implantate. Voll mit falschen Brüsten, Gesichtern.

Manche Stirn hat bereits so viel Botox wegstecken müssen, dass sie noch am Ende der Welt glatt wie ein Kinderpopo sein wird. Und die werden sie auch ausstellen: Stirnhäute. Und wenn man sie sieht, diese Halbkunstwesen, diese Cyborgs, in irgendwelchen Blablablafernsehsendungen, hat man den Eindruck, in einem Horrorfilm gelandet zu sein. Wahrscheinlich täuscht der Eindruck. Wir werden uns erst daran gewöhnen, dass hässlich das neue schön ist.

Guten Morgen, Welt!

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