Mittwoch

Abendgedanke: Die USA, die sind kein Land. Die sind eine Sehnsucht, ein Traum und Albtraum, ein Verbrechen, ein Krieg, eine Folter, eine Schönheit, eine Vergewaltigung. Eine Traumfabrik. Das ganze Land ist eine große Albtraumfabrik. Eine Film-Dose, in der die Stimme blechern verhallt. In der man sich selbst hört. Die Stimme eines anderen, der doch nur ich bin. Eine große Doseneinsamkeit.

Eine Mall ist das Kein-Land, ein großes Einkaufszentrum, in dem sie dich und mich verkaufen. Für einen Liter Öl bekommst du dreihundert Liter Blut. Eine Leinwand ist das Kein-Land, über die John Wayne und Ronald Reagan reiten, eine Leinwand, die zum Leichentuch taugt. Die USA beginnen einen Krieg, um ihn hinterher filmisch ausschlachten zu können. Zehn Oscars hat noch jeder Krieg bekommen. Als Folteropfer muss du nicht nachdenken, ob du dich im DIRECTOR’S CUT von Frau Bigelow befindest. Der Schmerz lehrt dich, dass kein CUT dich rettet. Die Wirklichkeit hat Überlängentodeslänge.

And the star-spangled banner
in triumph doth wave,
O’er the land of the free
and the home of the brave.

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