Samstag III

Fernsehen. Das ist doch eine tolle Sache. Du schaltest ihn an und im nächsten Moment springt dir einer ins Gesicht, mitten hinein, sodass du kaum eine Chance hast, ihm auszuweichen. Mitten in deinem Gesicht hängt er nun herum, er baumelt von der Nase wie ein Rotzfaden und wartet darauf, dass du ihn wegwischt. Das kann der amerikanische Präsident sein, und wenn man keine Fernseherfahrung hat, klar, dann ziert man sich, den einfach so mit einem Taschentuch von seiner Nase zu putzen. Die Achtung muss man sich ersparen, muss sie alle – Tuch für Tuch – entsorgen, sonst sieht das Gesicht am Ende wie eine Pinnwand für Prominente aus. Alle hängen sie herum und baumeln und quaken und halten Reden, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Geister, die man rief und nicht mehr los wird, weil sie verlangen, mit einem leben zu wollen. Die Wohnung ist zu klein. Am besten also, wenn man den größten Teil des Bildschirms abdeckt, sodass nur kleine Dosen Unmenschlichkeit entfliehen können.

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