Samstag II

Ich soll ernst werden, ernster, das in jedem Fall, redet mir eine Stimme ein, die, als eine von vielen, in meinem Innen tobt. Ich höre ihr zu, auch wenn ich so tue, als überhöre ich sie.

Darauf kommt es doch an. Sich gehörig überhören zu können, sonst fällt man noch auf sich rein. Und dann? Am Ende wird man zu dem, der man ist. Die große Tragik des Lebens hätte sich erfüllt. Da bin ich lieber ein anderer. Einer, der keiner ist, der mir bekannt vorkommt. Sonst wird es rasch langweilig, wenn man sich erst mit seinesgleichen einlässt. Da kommt man unter die Räder. Verliert sich im Drogensumpf.

Ich, so viel steht fest, werde mich nicht mit mir einlassen, sonst gehe ich mir noch auf den Leim, und komme nimmer von mir los. Dann lieber neben mir sitzen und ein Gespräch führen, um sich dabei, durch geschickte Fragerei, kennenzulernen. Man kann ja ein Freund von sich werden. Und sich gelegentlich treffen. In der Stadt. Auf einen Kaffee. Aber wie bei allen großen Freundschaften, wird sie nur Bestand haben, wenn man sich wieder trennt, um sich auf sich freuen zu können.

Näher will ich mir nicht kommen. Gott bewahre.

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