Montag II

Ach, die Hausaufgaben der Kinder.

Tochter Christel-Maria-Luise-Fabienne-Cordula muss eine vorgegebene Geschichte weiterschreiben.

Ich kenne so etwas. Wir tun das doch alle. Unaufhörlich. Klingelt der Nachbar, weil er mit seiner Geliebten auf eine Südesseinsel fliehen will, kann es geschehen, dass man seine Geschichte beenden muss, indem man der Frau mitteilt, dass man zukünftig täglich vorbeikäme, um an Stelle des Mannes Tisch und Bett zu teilen. Sein Fehlen solle nicht auffallen. So der Wunsch des Nachbarn.

Geschichtsweiterführer. Das wollte ich früher werden. Da war ich noch jung und verdorben. Es gibt so viele Geschichten, die beendet werden müssen. Als Geschichtsweiterführer wäre ich unvermutet aus dem Nichts aufgetaucht, am Totenbett eines Verblichenen etwa. Ich hätte mich neben ihn gelegt, um, wären die Verwandten erst alle versammelt gewesen, von den Toten aufzuerstehen.

Leider wurde nichts aus meinem Berufswunsch. Meiner Vater verbat es mir. Er schleifte mich an den Ohren mit sich, damit ich mich als Geschichtenerfinder bewarb. So landete ich im Haushalt meines Lehrherrn Sigismund Darwin, der mich meine ersten Kurzgeschichten schreiben ließ. Dazu später mehr.

Guten Abend, Welt!

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