Samstag II

Wir waren beim Chinesen, den wir fast jeden Samstag besuchen. Ich stürmte hinein, hinter mir meine Frau, die es sich nicht nehmen ließ, eine alte Dame, die auf unseren Stammtisch zueilte, zur Seite zu stoßen. Gut gemacht! Mit lautem Gelächter nahmen wir Platz, um zu essen. Ich klatschte in die Hände. Kleine Kinder stürmten los und beluden unsere Teller.

„Rasch, rasch!“, brüllte ich.

Kinder sind eine Zier für jedes Restaurant. Wenn ich mir nicht sicher bin, ob in einem Lokal Kinder arbeiten, schleiche ich mich zunächst unbemerkt hinein, meist als Gast verkleidet, der sich verlaufen hat. Spricht man mich an, frage ich nach dem Italiener an der Ecke. Es gibt stets einen, an den man mich verweist.

Wir schaufelten wie ausgehungerte Bergarbeiter. Schweiß troff in dicken Tropfen zu Boden. Wir hatten uns sogar extra Dreck auf den Körper geschmiert, um nicht in den Verdacht zu kommen, keine echten Bergarbeiter zu sein.

Ein großer Mittag, der mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

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