Montag II

Ich trinke zu viel Kaffee. Mein Arzt Dr. Stegenstegen meint, ich müsse ihn reduzieren. Dringend. Unsinn. Was weiß der Mann schon von Kaffee. Das sage ich auch. „Du hast doch nur Medizin studiert.“

Am Nachmittag die üblichen siebzehn Kannen. Macht mich kein bisschen nervös, auch wenn ich nicht weiß, wie ich das Radschlagen einstellen soll. Die Hände sind schon ganz blutig. Harmonie (Name geändert), mein mich treu umsorgendes Eheweib, sitzt derweil im Rotgrünvioletten Salon, den ich demnächst umstreichen lassen will. Sie scheint mir etwas rammdösig. Wie Sie alle aus meinen letzten Einträgen wissen, leidet sie an einer schweren Form der Schlafsucht. Sie fällt von einem Moment zum anderen in eine Art Trancezustand. Meistens während meiner Lesungen. Sie könne nichts dafür, bestätigte sie mir erst nach der letzten. Sie könne die Anfälle nicht kontrollieren. Ich machte ihr kaum Vorwürfe. Das würde ich auch nie machen. Ich bin in meinem gesamten Umfeld als Gefühlskrüppel bekannt, und wie jeder weiß, sind gerade Krüppel sehr empfindsame Menschen. Martina (Name geändert) bestätigt mir das auch immer wieder aufs Neue. Sie bezeichnet mich nicht nur als Gefühlskrüppel, sondern auch als emotionale Achterbahn, was den Spaß, den ich ihr bereite, zum Ausdruck bringen soll.

Eine großartige Frau.

Guten Abend, Welt!

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