Samstag II

Samstags sind meine Jungens da. Tolldreiste Burschen, die ihr Handwerk des Unruhestiftens bei Gerold Sansmann, dem uneingeschränkten Meister dieser Disziplin, erlernten. Sansmann, der in den Jahren 1968 bis 1972 die Bundesrepublik in Atem hielt, indem er unter anderem der Springer-Presse einen Spiegel vorhielt, der exakt von dreißig Mann gehalten wurde, die in eisiger Kälte ausharren mussten, bis alle Springer-Mitarbeiter ihres traurigen Spiegelbildes ansichtig geworden waren, starb vor etwa drei bis sieben Jahren. Sansmann war es auch, der sich des Verdachts der Schälerei aussetzte, als er verbotenerweise drei illegal erworbene Fabergé-Äpfel schälte, von denen bis heute behauptet wird, es hätte sie nie gegeben.

Die Jungen, die nichts über Sansmanns Vergangenheit wissen, toben derweil unbeeindruckt von den Tobsuchtsanfällen der weltpolitischen Lage durch unsere siebzehnstöckige Villa. Gut so. Dies ist kein Totenhaus.

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