Mittwoch II

Ein leichter Wind ist aufgekommen, der sich um die Häuserecken quält. Hat es auch nicht leicht, so ein Wind. Muss bei jedem Wetter raus und wehen, wenn möglich, bis zur Erschöpfung. Und wer dankt es ihm? Wieder keiner. Vielleicht die Meteorologen, weil sie über ihn berichten können.

Wie ich eben draußen saß, kam er an und zerstörte mir meine Frisur, die in mühevoller Kleinarbeit in sieben Stunden errichtet worden war. Das missfiel mir sehr, sodass ich dem Wind mein grimmigstes Gesicht zeigte. Der interessierte sich aber mehr für die Wäsche, die unten im Garten an der Leine hing. Er riss sie mit einem Ruck herunter. „Das habe ich gesehen!“ schrie ich erzürnt. Keine Antwort! Die Winde von heute sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Früher hatten die Winde noch Anstand. Benehmen! Die wussten, was sich gehörte. Wenn die einem Wald die Bäume ausgeschlagen hatten, kamen sie nachher beim Förster vorbei und entschuldigten sich mit dem Hinweis, dass sie nichts dafür könnten. Es läge einfach in ihrer Natur. Aber heute … Nichts mehr von Winden zu sehen, die sich mit einem gewissen Anstand ihrer Arbeit widmen. Die Winde dieser Tage wollen hoch hinaus. Am Bestem ein Tornado werden. Andere haben ganz aufgegeben. Hängen in irgendwelchen Bars rum und lassen sich volllaufen. Ist vielleicht auch besser so!

Guten Abend, Welt!

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