Mittwoch

Warum sollte man auf Büchern herumreiten? Das ergibt keinen Sinn! Haben sie sich schon mal auf ein einzelnes Buch gesetzt, um damit durch die Wohnung zu galoppieren? Es geht überhaupt nicht. Man müsste schon ein Pferd nachbauen. Dazu wären unzählige Bücher vonnöten. Dann könnte es gelingen, auf ihnen herumzureiten. Aber auf einem einzelnen Buch? Keine Chance! Welch ein Projekt des Irrsinns. Und was tun manche Kritiker? Reiten auf einem Buch herum, als würde es sich tatsächlich von der Stelle bewegen, wenn man nur fest genug daran glaubt. Sagt das nicht alles über die Literaturkritiker in diesem Land? Gestandene Männer, die es nicht sein lassen können, sich in ihrem Arbeitszimmer auf ein Buch zu setzen, um darauf herumzureiten. Und anschließend schreiben sie noch darüber. Machen es öffentlich. Das schlägt dem Fass den Boden aus. Ich will es mir gar nicht vorstellen müssen, wie sie mit der Reitpeitsche auf den Buchrücken einschlagen, in der Hoffnung, dass sich das Buch jede Sekunde ein paar Zentimeter bewegt. Und dann soll es auch noch wichtig sein, was sie in ihren Räumlichkeiten tun. Es soll ja auch Kritiker geben, die Bücher besprechen. Unaufhörlich sprechen sie auf die hilflosen kleinen Dinger ein, die sich nicht einmal wehren können. Ich will hier erst gar nicht Gerüchte streuen, dass es Kritiker gibt, die sich der Schwarzen Magie verschrieben haben, und die deshalb murmelnd vor einem Buch stehen. Das würde diese wichtige Auseinandersetzung bagatellisieren. Und das will ich nicht, bin ich doch ein ernsthafter Schriftsteller und Philosoph, der sich mit „gewissen“ Vorfällen beschäftigt. Genug der Rede! Lassen Sie die von mir eingestreuten Gedanken sacken und erklären sie sich im Anschluss mit mir und meiner politischen Gesinnung solidarisch. Mehr erwarte ich ja gar nicht.

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2 Gedanken zu “Mittwoch

  1. Andererseits: auf einem Gaul herumreiten, kann doch schließlich (fast) jeder; die Kunst ist, es mit einem Buch zu tun, oder dieses – wenn es oder man selbst inspiriert genug ist – zu einem Pegasus mutieren zu lassen, um es dann wie einen Gaul… 😉

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