Mit dem Franz ist nicht gut Kirschen essen

Mit dem Franz ist nicht gut Kirschen essen. Das sagten die Kinder, die mit dem Franz zu tun hatten. Die aus der Nachbarschaft. Und die aus der Schule. Nicht gut Kirschen essen. Ja, warum denn? Der Franz ist ein Genauigkeitsfanatiker. Der zählt die vorhandenen Kirschen und teilt sie auf, damit jeder seinen gerechten Teil erhält. Gerechtigkeit! Das Wort war eine Bombe. Das war nicht gern gesehen. Nicht hier. Nicht in dieser Welt.

Er musste eben immer auffallen. Aus der Rolle, die man für ihn vorgesehen hatte, fallen.

In der Schule saß er ruhig auf seinem Platz. Kein Kichern. Kein Geschwätz. Mit so einem musste es ja bergauf gehen. Der musste aufsteigen. Das sahen alle, die mit ihm zu tun hatten. Die Eltern, unrechtschaffende Leute, sorgten sich. Sie sprachen den Lehrer an, der nur abwinkte und sagte: „Mit dem Franz nimmt es kein schlimmes Ende! Macht seine Hausaufgaben, folgt dem Unterricht. Mit so einem kann man was anfangen.“ Und dann sagte der Lehrer Maier noch die Worte, die eh schon über den Franz kursierten: „Mit dem ist nicht gut Kirschen essen.“

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