Montag II

Die Sonne ist zurück. Ein Comeback der Extraklasse! Da steht sie und reißt ihre strahlend-goldenen Arme empor. Wer hätte das gedacht?!

Ich nicht. Ich habe den ganzen Tag im Schatten gelegen, unten im Kohlekeller und habe über die Kohle nachgedacht. Über den Geldfluss sozusagen. Wo geht die Kohle hin? In was wandelt sie sich, wenn wir sie erst verfeuert haben?

Sind wir doch mal ehrlich: Im Grunde haben wir alle zu viel Kohle. Wir stopfen unsere Bettdecken damit aus, weil wir den Banken nicht mehr trauen. Wir kaufen uns unsinnige Dinge wie Deo- und Motorroller davon.

Ich habe dem Heizer gesagt: „Pass ja auf meine Kohle auf! Ich habe sie gezählt! Sollte ein Stück fehlen, dann gnade dir Gott!“

„Das wär ja prima“, sagte er. „Auf die Gnade Gottes spekuliere ich schon seit Jahren!“

Der Heizer ist ein unanständiger und dreckiger Mann, der seine Frau, wie er mir erzählte, im Nachbarkeller kennenlernte. Sie ordnete gerade die Einmachgläser nach ihrer Größe, da sprach er sie unzüchtig von hinten an.

Die Tage in der Villa verfliegen wie Sand im Stundenglas, das Gevatter Tod einem am Ende seines Daseins überreichen wird; manchmal verfliegen die Tage auch wie Pollen, die einen zum Niesen bringen oder wie Vögel, die sich in der Gegend geirrt haben. Es ist kaum auszudrücken, obwohl ich für meine bildhaften Vergleiche berühmt-berüchtigt bin.

Guten Abend, Welt!

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