Regen zieht über die Villa, eine Armee kleiner Tropfen, die, die Zähne zusammengebissen, todesmutig aus einer geöffneten dunklen Wolke springen. Was wird man den Tropfen über uns erzählt haben? Wie sollen wir sein? Wie stellen sich die Tropfen ihren Feind vor?
Im Fernsehen haben sie von den Ausbildungscamps der Tropfen berichtet, ich habe es gesehen. Ihre stummen Märsche in die Helikopter, ihre verbissenen Gesichter, die von Hass und Entschlossenheit erzählen.
Wie konnte es zu diesem Krieg zwischen Menschen und Wassertropfen kommen? Ich kann mich kaum noch an die Anfänge erinnern.
Wir haben sie ausgenutzt. Das ist das Problem. Wir haben sie gefördert, nur um sie zum Waschen und Trinken zu benutzen. So sollte man mit seinen Nachbarn nicht umgehen, und tut man es doch, muss man sich nicht wundern, wenn sie zu gewalttätigen Gegnern mutieren, zu einem Heer, dessen Angriffe die Villa bereits die ganze Nacht über erschüttern. Wie lange das Dach das aushalten wird? Ich kann es nicht sagen.
Zwischenzeitlich empfing ich Berichte, die von einem Meer feindlicher Truppen berichten, die nur darauf warten, ihren Einsatzbefehl zu erhalten.
Die Familie ist in Alarmbereitschaft versetzt. Ich habe Föhne an die Dienerschaft ausgeben lassen, Verlängerungskabel wurden verlegt, um eindringende Tropfen auf der Stelle zu eliminieren. Sollen sie doch elendig verdunsten. Dies ist nicht mein Krieg. Sie haben sich dafür entschieden.
Die Nacht, das Dunkel, scheint ihr Verbündeter. Die Nacht legt ihren dunklen Mantel über das Land, erschwert die Sicht, und schützt so die Absprünge der Tropfen, deren Zahl in die Myriaden geht. Sie tippeln auf den Fensterscheiben umher, um mich auf diese Weise in den Wahnsinn zu treiben. Ihre Niederkunft erinnert an eine der göttlichen Plagen.
Und dann plötzlich – Ruhe, als wäre der Ansturm versiegt, der, ich bin mir sicher, keine Rast kennt, sondern nur Finten, die unseren endgültigen Untergang besiegeln sollen.
Die Frauen, dreihundert an der Zahl, sitzen bibbernd in einer Ecke des Grünen Salons. Ihre Zähne schlagen aufeinander.
Ich werde mich nicht aus meinem Haus vertreiben lassen, weder heute noch in Zukunft. Meine Flinte, ein umgebauter Staubsauger, giert nach dem Augenblick einer ersten Begegnung.
Äste knarren.
Was auch geschieht, ich werde mich und meine Familie zu verteidigen wissen.
Gott (Name geändert) stehe uns bei!




